Chronik der Musikkapelle
Funktionen in der Kapelle
Kapellmeister:
Thomas Kloo 1963 – 1971 †
Georg Flatscher 1971 – 1977
Matthias Hinterseer 1977 – 2008
Walter Niederberger 2008 – 2020
Peter Baueregger seit 2021
1 Vorstände:
Walter Niederberger 1975 – 1980 & 1991 – 1998
Hubert Steinbacher 1981 – 1990
Matthias Steinbacher 1999 – 2002
Peter Baueregger 2003 – 2018
Toni Bauregger seit 2019
2 Vorstände:
Tobias Bauregger 2022 – 2022
Stefan Holzner seit 2023
Schriftführer:
Werner Bauregger 1978 – 1991
Erika Holzner seit 1991
Kassier:
Matthias Steinbacher 1963 – 1987
Josef Holzner 1987 – 1993
Gebhard Baueregger 1993 – 2000
Christian Holzner 2000 – 2021
Steinbacher Karin seit 2022
Mederle Carina seit 2021
Notenwart:
Michael Baueregger 1978 – 1984
Gebhard Baueregger 1984 – 1987
Erika Holzner 1987 – 2001
Karl Leitner seit 2001
1 Beisitzer:
Stefan Holzner 2022 – 2023
Manuel Marchl seit 2023
2 Beisitzer:
Karl Leitner seit 2022
Marketenderinnen:
Elisabeth Flatscher 1972 – 1974
Hedi Steinbacher 1972 – 1974
Rosa Hopf 1972 – 1974
Christa Niederberger 1974 – 1975
Hannerl Meyer 1974 – 1979
Barbara Baueregger 1974 – 1985
Monika Alt 1979 – 1984
Lisa Mayer 1984 – 1997
Brigitte Hopf 1985 – 1986
Beate Hopf 1986 – 1987
Regina Kirchner 1987 – 1997
Evi Bauregger 1989 – 1997
Christine Hinterseer 1998 – 1999
Birgit Steinbacher 1998 – 2002
Karin Steinbacher 1999 – 2002
Veronika Hinterseer 2002 – 2009
Anita Niederberger 2002 – 2005
Barbara Zach 2003 – 2009
Regina Pichler 2010 – 2015
Julia Lackner 2010 – 2015
Sabrina Maier 2016 – 2019
Kathrin Baumgartner 2016 – 2024
Lena Holzner seit 2020
Anna Holzner seit 2025
Ehemalige Musikanten
Baueregger Gebhard
Baueregger Michael
Bauregger Bernd
Bauregger Hubert
Bauregger Simon †
Bauregger Tobias
Bauregger Werner
Demer Angelika
Demer Elisabeth
Demer Moritz
Edfelder Sebastian
Egger Georg
Egger Josef
Erber Birgitt
Erber Rupert jun.
Flatscher Georg
Freiwang Franz †
Gimpl Johannes
Hinterseer Franz
Hinterseer Rosmarie
Hirschbichler Johann
Hobmaier Martin
Holzner Christian
Holzner Johann †
Holzner Josef
Holzner Maximilian
Holzner Rainer
Holzner Volker
Hopf Josef
Hopf Konrad
Kloft Florian
Kloo Thomas †
Köppl Marina
Lackner Julia
Nagl Robert
Niederberger Thomas
Niederberger Willhelm †
Pichler Regina
Redl Bernd
Schmaus Adolf
Schmidberger Walter jun.
Schmuck Franz †
Stefan Hans
Steinbacher Birgitt
Steinbacher Hubert sen.
Steinbacher Karin
Steinbacher Markus
Steinbacher Mathias
Steyrer Hubert jun.
Steyrer Hubert sen. †
Vötterl Gerhard
Wellinger Carina
Zach Gottfried
Danke für euer Engagement im Laufe der Jahre!!!
Gruppenbilder im Laufe der Zeit
- 1970
- 1974
- 1983
- 1988
- 1994
- 2013
- 2019
- 2023
Chronik bis zum 50 jährigen Gründungsfest 2013
Thomas Kloo 1963 – 1971
Im Ortsteil Jochberg wird die Musikkapelle von Thomas Kloo im Jahr 1963 gegründet.
Dieser lebt und arbeitet im Jagdhaus Karpf am Hasenstein und war lange Jahre bei der Militärmusik aktiv. So kommt es, dass er auch in seiner Freizeit als Baritonist und Posaunist aktiv ist.
Von diesen Tönen wird Matthias Steinbacher, der unterhalb des Jagdhauses lebt, beinahe magisch angezogen, deshalb bittet der Hias den Thomas, ihm doch das Musizieren beizubringen.
Da dieser spontan einwilligt, geht es sofort mit sehr viel Fleiß und Ehrgeiz an die Arbeit. Bald schon entlockt der Hias seinem Tenorhorn recht ordentliche Töne, von diesen werden weitere „Interessenten „ angelockt und so kommt es, dass Josef Egger und Hubert Steinbacher sich mit Trompeten dazugesellen. Nun sind Eifer und Ehrgeiz besonders groß und jeden Sonntag trifft man sich beim Thomas im Jagdhaus zum Proben.
Wie uns berichtet wurde, war die Ausbildung beim Thomas sehr hart und beileibe kein „Zuckerschlecken“, man musste wirklich was tun um den Lehrer nicht zur totalen Verzweiflung zu treiben.
Im September 1963 stand der erste Auftritt beim Trachtenjahrtag auf der Oederbauermahdern an, das hieß den ganzen Sommer Proben! Proben! und noch mal Proben! Aber der Auftritt wurde voller Stolz absolviert und die Musikkapelle Weißbach war gegründet.
Bis 1971 vergrößert sich die Kapelle auf 17 Kameraden und die Auftritte und Engagements nehmen stetig zu, wobei Musikanten aus Jettenberg, Anger und Inzell die Weißbacher tatkräftig unterstützen.
Da sich auch der Fremdenverkehr enwickelt, werden für die zahlreichen Sommergäste Heimatabende organisiert, welche ab 1967 von der Kapelle musikalisch gestaltet werden.
Die Leistung von Thomas Kloo, besonders in den Anfangsjahren, wird umso deutlicher, wenn man sich vor Augen führt, wir schwierig es auch heutzutage ist, unerfahrene Jungmusikanten an die erheblichen Anforderungen der Marsch-, Unterhaltungs- und Konzertmusik heranzuführen und das passende Repertoire einzuüben, besonders bei ständig wechselnden Besetzungen und zahlreichen Aushilfen.
Nicht problemlos war damals der erheblliche Altersunterschied des „Meisters“ zu seinen Musikanten, zumal diese jung und voller Tatendrang waren und er doch eine bestimmte, meist unverrückbare Vorstellung hatte, was Spielweise und Repertoire betraf.
Am Fronleichnamstag des Jahres 1971 kündigt Thomas Kloo nach immer wieder kehrenden Auseinandersetzungen innerhalb der Kapelle seinen Dienst als Kapellmeister und Musikant auf.
Georg Flatscher 1971 – 1977
Ein neuer Kapellmeister musste her und wenn man das Alter und den Erfahrungsstand der Musikanten betrachtete, schien eine Besetzung aus den eigenen Reihen ziemlich aussichtslos zu sein. Nach einigem Zureden und Überlegen stellte sich Schorsch Flatscher mit jungen 24 Jahren dieser großen Aufgabe. Durch seine unbeschwerte Art und Weise und doch viel Fingerspitzengefühl schaffte er es, die Kapelle zu modernerer Konzert- und Tanzmusik hinzuführen.
Der Musikerbestand änderte sich in den Jahren unter Schorsch Flatscher nicht wesentlich, wenngleich es einige Wechsel gab. Ende des Jahres 1977 gehörten 17 Mitglieder zur Kapelle. 1975 änderte sich die Organisation, zumal der Kapellmeister durch sein Studium zeitlich stark beansprucht wurde. Man entschloß sich, den Posten auf mehrere Schultern zu verteilen und so kam es dass Walter Niederberger zum 1. Vorstand und Matthias Hinterseer zum Tanzmusikverantwortlichen gewählt wurden.
Der neugewählte Vorstand durfte auch gleich an einer der wichtigsten Veranstaltungen in diesen Jahren persönlich teilnehmen: der olympische Fackellauf 1972 durch Weißbach – er trug das olympische Feuer ein Stück auf seinem Weg in die Olympiastadt München.
Zu den ersten offiziellen Marketenderinnen werden 1975 Barbara Baueregger und Hannerl Meyer bestellt.
Bedingt duch sein Studium, aus familiären Gründen, vor allem aber gescheitert am Konflikt zwischen musikalischem Anspruch und der Realität legt Schorsch Flatscher Ende 1977 sein Amt als Kapellmeister und Musikant nieder. Obwohl er seinen Schritt angekündigt hatte, überraschte es die Musikanten – keiner wollte diesen Schritt wahrhaben. Somit war der Fortbestand der Musikkapelle gar nicht mehr so sicher und um die Zukunft der Musikkapelle Weißbach sorgt sich auch die Gemeinde, – Bürgermeister Marchl schaltete sich damals vermittelnd ein und mit Matthias Hinterseer fand sich ein weiteres mal ein Musiker aus den eigenen Reihen für dieses besondere Ehrenamt.
Matthias Hinterseer 1977 – 2009
Zwar ist der „Hias“ schon seit 1975 für die Tanzmusik verantwortlich, doch auch er wird mit sehr jungen Jahren ins „Kalte Wasser“ geworfen, und soll von nun an als Dirigent und Kapellmeister vor seinen Kameraden stehen.
Matthias Hinterseer macht in den folgenden Jahren am Mozarteum in Salzburg eine Dirigentenausbildung und da auch er bereits eine Familie hatte, war diese Zeit für Ihn sicherlich keine Leichte. Doch mit Kameradschaft und Zusammenhalt wird auch dieser schwierige Schritt in der Geschichte der Musik bewältigt.
1978, zum 15jährigen Gründungsjubiläum geht für die Musikanten ein langersehnter Wunsch in Erfüllung: der Bau eines Musikpavillons. Der Plan für das gelungene Bauwerk wird von Matthias Steinbacher gezeichnet. Am 11.Juni 1978, findet zur Einweihung des Pavillons ein Geburtstagskonzert statt.
Im Jahr 1979 kristallisiert sich aus der Kapelle ein besonderes „Trio“ heraus, die Weißbacher Alphornbläser. Werner Bauregger, Matthias Steinbacher und Walter Niederberger werden auserkoren, diese Alphörner zu spielen, was, wie sich bald herausstellte, nicht so ganz einfach war. Aber die drei bewältigten die Anlaufschwierigkeiten und beim Trachtenjahrtag 1979 war der erste Auftritt zu verzeichnen.
Das erste Musikranzl begeistert 1980 jung und alt und mausert sich in den folgenden Jahren zu einem der Faschingshöhepunkte in Weißbach. Das Musikranzl ist für die Musikanten jedes Jahr eine besondere Herausforderung, da zum normalen Probenbetrieb noch die Proben in kleiner, „moderner“ Besetzung dazukommen und so auch in der vermeintlich staaden Zeit einiges an Arbeit anfällt.
Wohl keiner hat der Musikkapelle Weißbach so sehr seinen Stempel aufgedrückt wie Matthias Hinterseer. Unter seinem 30jährigen Wirken nimmt die Kapelle endgültig ihren festen Platz im Weißbacher Dorfleben ein.
Für seine Verdienste wird Matthias Hinterseer vielfach geehrt, die herausragendste ist wohl das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten im Jahr 2009 für 31 Jahre als Kapellmeister.
Ob Jahrtage, Heimatabende, Hochzeiten, Vereinsveranstaltungen, Pfarrabende und diverses Mehr, die Musikkapelle Weißbach wird als musikalisch vielseitig, zuverlässig und leistungsfähig geschätzt, was auch zu „außerörtlichen“ Veranstaltungen führt.
„20 Jahre Musikkapelle Weißbach“ wird mit der Einweihung des Dorfweihers am Musikpavillons gefeiert.
Der Gedanke von Matthias Hinterseer, die lange „probenfaule“ Zeit im Winter etwas interessanter zu gestalten und ein Konzert im Frühjahr abzuhalten, erwies sich als richtig guter Ansporn um nach der Winterpause jedes Jahr wieder richtig Gas zu geben um den „Ansatz“ nicht total zu verlieren.
Am 4.April 1992 fand unter seiner Leitung das erste Weißbacher Frühlingskonzert im Gasthaus Stabach statt, und bis heute ist diese Veranstaltung im Jahresverlauf ein fester Bestandteil geblieben.
Besondere Freundschaften waren im Lauf der Jahre immer ein wchtiger Bestandteil , so die langjährige Freundschaft mit dem Trachtenverein „D´Rechlberger „ aus Oberwössen, die auf die Bundeswehrzeit des Barthl Irlinger , Walter Niederberger und Walter Schmidberger zurückgeht (also schon sehr lange). Im Jahr 1973 begründet die Musikkapelle eine weitere Freundschaft, und zwar mit der Musikkapelle Füramoos bei Biberach, der Heimatgemeinde von Moritz Demer.
Eine weitere gute Freundschaft besteht mit dem Gebirgsjägerbatallion 231 Bad Reichenhall, zumal seit Jahren ein Bläserquartett bei der berühmten Stallweihnacht in der Kaserne Reichenhall spielt.
1998 war ein besonderes Jahr für die Musikanten, es sollte an das Vereinsheim des GTEV D´Weikertstoana angebaut werden und so die Kapelle eine Heimat finden.
Da der damalige Trachtenvorstand Peter Eicher eine Vergrößerung des Vereinsheims für notwendig hielt, sollte auch die Musikkapelle endlich ein eigenes Probenlokal im Keller bekommen.
Noch ein Neubau folgte 2001, da der alte Pavillon im Kurpark für die mittlerweile auf 25 Mann starke Kapelle einfach zu klein geworden war. Hubert und Matthias Steinbacher planten eifrig und es gelang mit viel Eigenleistung und Engagement ein Schmuckkästchen im Kurpark zu schaffen. Am 30. Juni 2001 wurde das neue Musikpavillon von Pfarrer Krämer feierlich eingeweiht.
Da es mit dem Musikantennachwuchs nicht allzu gut aussah, fand im Februar 2002 der erste „Schnuppertag“ für interessierten Kinder und Erwachsenen statt, wobei alle Instrumente ausprobiert und die Musikanten befragt werden konnten. Dieser Nachmittag war ein großer Erfolg und einige sind bei uns „hängen“ geblieben …
Matthias Hinterseer hatte die Musikanten schon vorgewarnt, dass man sich um einen Nachfolger Gedanken machen müsse, bei ihm sei die Luft raus, wir man so schön sagt. Doch wer soll dieses wichtige Amt in Zukunft übernehmen? Wie man sich denken kann überschlugen sich die Freiwilligen geradezu und kurzzeitig hatte man Angst um den Fortbestand der Kapelle.
Aber wie schon so oft, fand man auch hier eine Lösung.
Walter Niederberger ab 2009
Nach der Winterpause fingen die Proben mit dem neuen Kapellmeister Walter Niederberger im Januar an und so mancher musste sich an die neue Situation gewöhnen, den „Alten“ in zweiter Reihe sitzen zu haben, denn Matthias Hinterseer spielt seither als Flügelhornist oder auf der Klarinette, wo man ihn gerade braucht.
Walter Niederberger konnte die Musikanten auf ein Neues motivieren unter der Bedingung, dass sich, falls er aufhören möchte, ein Kandidat finden würde, der weitermacht. Walter Niederberger ist als guter Musikant anerkannt und so waren alle froh , dass sich ein so erfahrener und langjähriger Kamerad aus den eigenen Reihen zur Verfügung stellt. Nach zweimaliger Vorstandschaft versucht er sich jetzt auf neuem Terrain, dem Ehrenamt des Kapellmeisters.
Im Mai 2009 startete man zu einer Reise nach Berlin, Grund dafür waren die Feierlichkeiten zu „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“. Diese Tage werden für alle, die dabei waren immer in „bester“ Erinnerung bleiben …
Im Frühjahr 2011 wurde beschlossen, zur 50jährigen Gründung ein Fest zu veranstalten …
- Gründungsmitglieder: v.l. Hubert Steinbacher sen, Josef Egger, Matthias Steinbacher 1963
- Kloo Thomas
- Flatscher Georg
- Hinterseer Mathias
- Niederberger Walter
Chronik bis zum 60 jährigen Gründungsfest 2023
Vorwort
Die Musikkapelle Weißbach darf heuer ihr 60jähriges Gründungsjubiläum feiern – wir finden,
das ist Grund genug für eine Jubiläumszeitung.
Zum 25jährigen Jubiläum gab es ebenso wie zum 50jährigen eine Festschrift und in zehn
Jahren kommt zu wenig Stoff für eine erneute Auflage zusammen – deshalb diesmal eine
„schmälere“ Ausführung …
Corona hat die Geschehnisse auf der ganzen Welt fast 2 Jahre stillgelegt – auch an uns ist der
Virus leider nicht spurlos vorübergegangen. Nichtsdestotrotz konnten wir im Januar 2020
wieder durchstarten und mit den Proben beginnen.
Vorstand Toni Bauregger und Dirigent Peter Baueregger können auf eine mittlerweile wieder
fast 30-köpfige Kapelle stolz sein, deren Besonderheit sicherlich ist, daß die MusikantInnen
aus allen Altersgruppen kommen – von 14 bis 74 Jahren ist alles dabei!
In diesem Sinne freuen wir uns, neben allen Weißbachern, Musikkameraden, Freunden und
Gönnern auch unsere Gründer begrüßen zu dürfen und wünschen allen einen schönen,
gemütlichen und geselligen Abend mit der Musikkapelle Weißbach!
Eure Weißbacher Musi
Jubiläumszeitung zum 60. Gründungsfest
Chronik
Die Geschichte der Musikkapelle Weißbach wurde in den Festschriften zum 25-
bzw. 50jährigen Gründungsfest bereits geschildert – doch wir werden nicht
müde, den Hergang und die Gründung nochmals allen Interessierten zu
schildern:
Thomas Kloo 1963 bis 1971
Im Ortsteil Jochberg lebte und arbeitete im Jahre 1963 einst Thomas Kloo, ein
passionierter Musikant, der lange Jahre bei der Militärmusik aktiv war. In seiner
Freizeit spielte er also am Jagdhaus Hasenstein Posaune und Bariton.
Der junge Nachbar Matthias Steinbacher wurde von den ihm bis dahin fremden
Tönen angezogen und bat Thomas Kloo, ihm doch das Musizieren beizubringen.
Dieser willigte ein und beinahe am selben Tag begann der Hias mit dem
Unterricht. Da schon nach kurzer Zeit Erfolge zu hören waren, kamen weitere
Interessenten zum Jagdhaus. Hubert Steinbacher und Josef Egger, ebenfalls
junge Jochberger Burschen, wollten sich ebenfalls dazugesellen. Trompeten
würden recht gut zum Tenorhorn passen – schon waren die Instrumente für die
beiden gefunden. Von nun an war der Eifer besonders groß und man traf sich
jeden Sonntag im Jagdhaus zum Proben.
Die Ausbildung beim Thomas war kein Spaziergang, die Burschen mussten
üben, um bei ihrem strengen Lehrer nicht inn Ungnade zu fallen.
Bereits im September 1963 stand der erste Auftritt beim Trachtenjahrtag auf
der Öderbauermahdern auf dem Programm! Die vielen Proben den Sommer
über zeigten Wirkung, der Auftritt wurde voller Stolz absolviert und die
Musikkapelle Weißbach war gegründet.
Mit Hilfe von Aushilfsmusikanten aus Anger, Jettenberg und Inzell nahmen
Auftritte stetig zu und bis ins Jahr 1971 zählte die junge Kapelle bereits 17
Mitglieder.
Thomas Kloo´s Leistung, besonders in den Anfangsjahren, wird umso
deutlicher, wenn man sich vor Augen führt, wie schwierig es ist, unerfahrene
Jungmusikanten an die Anforderungen der Marsch-, Unterhaltungs-, und
Konzertmusik heranzuführen.
Ab 1967 werden die Heimatabende größtenteils von der Musikkapelle
Weißbach musikalisch gestaltet.
Der erhebliche Altersunterschied von Thomas Kloo und seinen Musikanten war
wohl die Ursache von immerwiederkehrenden Auseinandersetzungen, zumal
die Vorstellungen bei Spielweise und Repertoire oft unterschiedlich waren.
1971 kündigt der Kapellmeister seinen Dienst auf.
Georg Flatscher 1971 bis 1977
Ein neuer Kapellmeister war gefragt und wenn man das Alter und den
Erfahrungsstand der Musikanten betrachtete, schien eine Besetzung aus dem
eigenen Kreis sehr unwahrscheinlich. Nach gutem Zureden stellte sich jedoch
der damals 24-jährige Georg Flatscher dieser Aufgabe. Er schaffte es durch viel
Fingerspitzengefühl und seine unbeschwerte Art, die Kapelle auch zu moderner
Konzert- und Tanzmusik hinzuführen.
Es gab einige Wechsel in der Kapelle, der Bestand änderte sich jedoch nicht
wesentlich. 1975 änderte sich die Situation, weil der Kapellmeister zeitlich sehr
durch sein Studium beansprucht wurde. Daher wurde Walter Niederberger zum
1.Vorstand und Matthias Hinterseer zum Tanzmusikverantwortlichen gewählt
um den Flatscher Schorsch zu entlasten. Ebenfalls wurden die ersten
Marketenderinnen bestellt – dies waren Barbara Baueregger und Hannerl
Meyer.
Obwohl bereits angekündigt, waren die Musiker doch überrascht als Schorsch
Flatscher Ende 1977 sein Amt als Kapellmeister niederlegte.
Der Fortbestand der Kapelle stand damals auf wackligen Beinen und da sich
auch die Gemeinde um den Fortbestand Sorgen machte, schaltete sich
Bürgermeister Marchl ein und appelierte an die Musikanten, einen Weg zum
Weitermachen zu finden. Mit Matthias Hinterseer fand sich ein weiteres mal
ein Kamerad aus den eigenen Reihen für dieses besondere Ehrenamt.
Matthias Hinterseer 1977 bis 2008
Während der 30-jährigen „Dirigentschaft“ von Matthias Hinterseer nimmt die
Kapelle endgültig ihren Platz im Weißbacher Dorfleben ein. Vielseitigkeit ist
gefragt, da gehört Kirchenmusik ebenso zum Repertoire wie Tanz- und
Marschmusik oder Modernes.
Matthias Hinterseer absolvierte am Mozarteum eine Dirigentenausbildung und
da auch er bereits eine Familie hatte, war dies sicherlich kein leichtes
Unterfangen. Durch den Zusammenhalt unter den Musikanten wurde auch
diese schwierige Zeit bewältigt.
Zum 15-jährigen Gründungsjubiläum 1978 ging ein langersehnter Wunsch in
Erfüllung: ein eigenes Musikpavillon. Geplant von Matthias Steinbacher –
eingeweiht am 11.Juni 1978.
Die „Weißbacher Alphornbläser“ Werner Bauregger, Matthias Steinbacher und
Walter Niederberger bildeten sich 1979, beim Trachtenjahrtag diesen Jahres
fand der erste Auftritt des Trios statt.
Eine weitere Besonderheit in Matthias Hinterseer´s Zeit war im Fasching das
„Musikranzl“, das im Jahr 1980 zum ersten mal stattfand und sich bald zum
Höhepunkt im Weißbacher Fasching entwickelte.
Zum 25 -jährigen Jubiläum der Musikkapelle Weißbach im Jahr 1988 konnte
Peter Eicher als Festleiter gewonnen werden. Das Festzelt fand am Fußballplatz
seinen Standort und mit 12 Musikkapellen und zahlreichen Vereinen konnte ein
wunderschönes Fest bei Kaiserwetter gefeiert werden.
Der Kapellmeister machte sich schon bald Gedanken, wie die „probenfaule“,
staade Zeit für die Musikanten attraktiver gestaltet werden könnte. Die Idee
eines Frühjahrskonzertes keimte auf und am 4.April 1992 konnte das erste
Frühjahrskonzert unter seiner Leitung stattfinden, damals noch im Saal des
Gasthof Stabach. Bis heute ist diese Veranstaltung ein fester Bestandteil im
Jahresverlauf in Weißbach geblieben.
Besondere Freundschaften waren und sind ein wichtiger Punkt für die
Musikanten: da wäre die Kameradschaft mit dem Trachtenverein
„D´Rechlberger Oberwössen“ zu nennen, zurückzuführen auf die
Bundeswehrzeit einiger Musiker, ebenso wie die Verbundenheit zur
Musikkapelle Füramoos, die leider in den letzten Jahren etwas eingeschlafen
ist. Ebenso war man mit dem Gebirgsjägerbatallion 231 in Reichenhall eng
verbunden, eine Bläsergruppe aus der Kapelle war jahrzehntelang bei der
Stallweihnacht vertreten gewesen.
1998 konnte an das bestehende Vereinsheim des Trachtenvereins angebaut
werden und die Musikkapelle so ihr eigenes Probenlokal bekommen.
Ein weiterer Neubau folgte 2001, da das bestehende Pavillion im Kurpark für
die mittlerweile 25 Mann starke Kapelle einfach zu klein geworden war. Hubert
und Matthias Steinbacher planten und zeichneten eifrig und es gelang durch
enormes Engagement und Eigenleistung, ein wirkliches Schmuckkästchen zu
schaffen. Am 30.Juni 2001 wurde das neue Pavillion durch Pfarrer Krämer
feierlich eingeweiht.
Für seine Verdienste erhielt Matthias Hinterseer viele Ehrungen, die wohl
Wichtigste war das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für
seine Tätigkeit in den 31 Jahren als Kapellmeister.
Er hatte die Musikanten vorgewarnt, daß man sich um einen Nachfolger
bemühen müsse, doch als es dann soweit war und er als Verantwortlicher
aufhören wollte, kam es doch überrraschend. Und auch diesmal fand sich ein
Musikant aus den eigenen Reihen, der die Musikkapelle leiten würde.
Walter Niederberger 2008 – 2020
Unter der Bedingung, daß sich ein Nachfolger finden müsste, wenn er aufhören
wollte, nahm Walter Niederberger nach zweimaliger Vorstandschaft die
Herausforderung, nun die musikalische Leitung zu übernehmen, an. Für die
Musikanten bedeutete dies eine enorme Umstellung, zumal Walter als
hervorragender Baritonist Besonderes von „seinem“ Mittelsatz erwartete und
Matthias Hinterseer nun in den Reihen der Musikanten Platz genommen hatte.
Im Jahr 2009 durfte die Kapelle an den Feierlichkeiten zum 60jährigen Jubiläum
der Bundesrepublik Deutschland nach Berlin reisen. Von dieser Reise wird
noch heute gesprochen …
Im Frühjahr 2011 beschloß man, zum 50jährigen Gründungsfest ein Bierzelt
aufzustellen und groß zu feiern.
Schon bald begannen die Planungen für dieses Ereignis mit Festleiter Heinrich
Steyerer. Von 14. – 18. August 2013 konnte, wieder durch die Mithilfe der
Weißbacher, ein denkwürdiges Fest gefeiert werden.
Walter Niederberger legte im Herbst 2020 sein Amt als Dirigent nieder und
begab sich wieder in die Reihen der Musikanten. Sein Nachfolger Peter
Baueregger hatte leider die Corona-Pandemie in seiner Anfangszeit, sodaß eine
ordentliche Stabübergabe, wie man sich´s gewünscht hätte, nicht stattfinden
konnte.
Peter Baueregger, seit 2020
Als Vorstand war Peter Baueregger 16 Jahre im Dienst der Kapelle, bevor er
nun das Ehrenamt des Kapellmeisters übernahm.
Mit zwei ehemaligen Dirigenten in den Musikerreihen ging er frisch ans Werk
und konnte, der Pandemie geschuldet, anfangs nicht so richtig durchstarten.
Modernere Töne wollte er der Kapelle entlocken – auch das war etwas, an das
man sich erst gewöhnen musste.
Mittlerweile zählen wieder 30 Musikanten zur Musikkapelle Weißbach –
besonders freut uns, daß so viele Weibliche dabei sind. Auch daß einige
Jungmusikanten in den Reihen sind, macht und stolz.
Zum 60jährigen Gründungsjubiläum möchten wir uns bei allen bedanken, die
den Fortbestand der Kapelle über die Jahre gesichert haben und freuen uns,
dieses mit den Gründungsmitgliedern, mit allen ehemaligen Musikanten und
Marketenderinnen, mit allen Weißbachern, Freunden und Gönnern der
Musikkapelle Weißbach feiern zu können!

Ehemalige Musikanten
Baueregger Gebhard
Baueregger Michael
Bauregger Hubert
Bauregger Berndi
Bauregger Hubert
Bauregger Simon +
Bauregger Werner
Bauregger Tobi
Demer Angelika
Demer Elisabeth
Demer Moritz
Edfelder Wasti
Egger Josef
Egger Georg
Erber Brigitte
Freiwang Franz +
Flatscher Georg
Gimpl Hannes
Hinterseer Franz
Hinterseer Rosmarie
Hirschbichler Hans
Holzner Gerhard
Holzner Rainer
Holzner Christian
Holzner Josef
Holzner Volker
Holzner Johann +
Holzner Maxi
Hopf Konrad
Kloo Thomas +
Köppl Marina
Lackner Julia
Nagl Robert
Niederberger Willi +
Niederberger Thomas
Redl Bernd
Schmaus Adi
Schmuck Franz +
Steinbacher Hubert sen
Steinbacher Matthias
Steinbacher Markus
Steinbacher Birgit
Stephan Hans
Steyerer Hubert sen+
Steyerer Hubert jun
Schmidberger Walter jun
Vötterl Gerhard
Wellinger Carina
Zach Gottfried
Marketenderinnen
Flatscher Elisabeth
Hopf Rosa
Meyer Hannerl
Baueregger Barbara
Alt Monika
Niederberger Christa
Kirchner Regina
Mayer Lisa
Hopf Brigitte
Hopf Beate
Bauregger Evi
Hinterseer Christine
Hinterseer Veronika
Zach Barbara
Steinbacher Birgit
Steinbacher Karin
Niederberger Anita
Edfelder Julia
Wenzl Regina
Maier Sabrina
Danke für Euer Engagement und Eure Zeit!!
Funktionen in der Kapelle
Kapellmeister: Thomas Kloo 1963 – 1971
Georg Flatscher 1971 – 1977
Matthias Hinterseer 1977 – 2008
Walter Niederberger 2008 – 2020
Peter Baueregger seit 2020
Vorstand: Walter Niederberger 1975 -1980 und 1991 – 1998
Hubert Steinbacher 1981 – 1990
Matthias Steinbacher 1990 – 2002
Peter Baueregger 2002 – 2019
Toni Bauregger seit 2019
Schriftführer: Werner Bauregger 1978 – 1991
Erika Holzner seit 1991
Kassier: Matthias Steinbacher 1963 – 1987
Josef Holzner 1987 – 1993
Gebhard Baueregger 1993 – 2000
Christian Holzner 2000 – 2021
Karin Steinbacher seit 2021
Notenwart: Michael Baueregger 1978 – 1984
Gebhard Baueregger 1984 – 1987
Erika Holzner 1987 – 2001
Karl Leitner seit 2001

„Frauenpower“ …
v.l. Franziska Ebser, Helena Euringer, Marina Marchl, Karin Steinbacher, Theresa Ober, Carina
Mederle, Mirjam Schorr, Regina Pichler, Lena Holzner, Erika Holzner, Kathrin Baumgartner
Fein sein – beinander bleiben …
Dieses Sprüchlein, das an unseren neuen Musikpavillion von Gottfried Zach geschrieben wurde, war
in den letzten 60 Jahren sicher ein Leitgedanke der Kapelle.
Die lange Tradition der Musikkapelle Weißbach erforderte in den Anfangsjahren viel Mut, Idealismus,
Ausdauer und Engagement.
In der heutigen Zeit, in der die Menschen so viele Möglichkeiten haben, ihre Freizeit zu gestalten,
braucht es genau diese Eigenschaften wieder, damit es die Musikkapelle Weißbach auch in 60 Jahren
noch gibt.
Wir danken auf diesem Wege allen Musikerfrauen und –männern, allen ehemaligen Musikanten,
Marketenderinnen, Freunden und Gönnern unserer Musikkapelle für ihr Engagement und ihre Zeit!
Wir möchten auch in der Zukunft zu einer lebendigen Dorfgemeinschaft beitragen!
Mit Leidenschaft und Engagement fein sein – beinander bleiben …
Erika Holzner












